Die Pussy Riots und andere „Märtyrer“ sind los

Es ist völlig egal, was er, der russischer Präsident, tut oder noch tun wird – alles ist gleich schlecht oder, was die große Amnestie in Russland betrifft, laut manchen Massenmedien, gleich auf seine Schwäche hindeutet. Der Eindruck entsteht, wenn man sich hierzulande durch die Berichte zu diesem Thema zu durchkämpfen versucht. Sogar von „Putins Gägner“ ist die Rede, dabei völlig aus der Acht lassend, dass man es mit Menschen zu tun hat, die des Geldes oder sonstigen Vergütungen wegen (und auch weit darüber hinaus) ganz bewußt die Grenze des Vernunftes überschritten haben.

Man hat jetzt das Gefühl, dass eine der gewaltigsten Lavinen allerzeiten ausgebrochen ist, so gewaltig, dass sie einem kaum Luft zum Atmen übriglässt und man dadurch zum Ersticken verdammt ist. Was sind das schon dagegen die täglichen blutigen und kaltschnauzigen Massakern an syrischen überwiegend christlichen Zivilbevölkerung, an Tausenden Frauen und Kindern unter ihnen? Pha! Völlig uninteressant, weil sie längst zu einer grausamen Norm geworden sind, darum kein vergleichbarer Aufschrei jemals, wie über die frischentlassenen „Martyrer“ und zwar angeblich „politischen“ obendrauf. Was ich nicht lache und fast alle Menschen in Russland sowieso!

Ich habe die Arbeitsstimmung nach der Haftentlassung. Mit meiner Entlassung fängt alles erst gerade an, da die Grenze zwischen Freiheit und Unfreiheit in Russland sehr eng ist, in diesem autoritären Staat,“ verkündete die Teilnehmerin der Punkgruppe Pussy Riot Nadeschda Tolokonnikowa direkt, nachdem sie den Gefängnis verlassen hat. Wie im Unisono, tat ihr die Ex-Mitinsassin Aljochina mit der Aussage auch nach. Jetzt kann sie zusammen mit Tolokno (Spitzname von Tolokonnikowa; Anm. RML) ab sofort neue, noch krassere Pläne schmieden. Natürlich gegen Putin, diesen Barbar in Person – klare Sache.

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Aber das stimmt. Die Grenze ist immer schmal und zwar in jedem Staat der Welt. Man muss selber und sonst kein anderer entscheiden, ob man diese Grenze überschreiten will oder eben nicht. Das jetzt die Gesetze in Russland nach Jahrzehnten langen Usurpation durch die westlichen Fremdmächte in der Verfassung neu verarbeitet und geändert und die „Schlüpflöcher“ für die „Grenzüberschreiter“ endgültig geschlossen werden, das mögen Tolokonnikowa & Co. so nennen, wie sie wollen. Hinterher rumzuheulen, dass man sich aus angeblich „politischen Gründen“ hinter „schwedischen Gardinen“ plötzlich wiederfindet, brauchen sie dann nicht mehr, mit der Unterstützung seitens der großen Mehrheit des russischen Volkes ist zuckünftig, wie auch früher schon, ebenso nicht zu rechnen.

Auch die russische Medien, obwohl nicht so heftig, sind voll mit den Berichten über die Frischentlassenen. Dass sich die Berichterstattungen aber von denen im Westen grundliegend unterscheiden, versteht sich von selbst, weil auch unter den Journalisten sich nicht wenige befinden, die die harten 90-gern in Russland hautnah miterlebt und Familienangehörige, Freunde, Bekannte und auch viele Arbeitskollegen verloren haben. Das war die berühmmt-berüchtigte Oligarchen – Periode, wo diese knallhart um den besten Platz unter der Sonne mit allen Mitteln gekämpft haben, komme und koste es, was es wolle, ohne jeglichen Mitleid und Rücksicht.

Das deren Weg zu dem vom russischen Volk geklautem Reichtum, ob Öl oder sonst was, tagtäglich mit unzähligen Leichen gepflastert war, davon können die Menschen in Russland ein Lied singen. Auch mein Klassenkamerad, Gennadij Nikolaew, damals Vater von zweier kleinen süßen Kindern, ein Vorzeigeehemann und treuer Freund, der vom Null an (!) selbständig sein wollte und es nur durch sein Fleiß und Disziplin geschafft hat, aber den Oligarchen nicht in deren Kram passte, wurde kaltschnauzig in seinem Auto erschossen. Vergeblich warteten seine Frau und die Kinder an dem Tag auf ihn…

Aber nicht nur sie damals ist Witwe und die gemeinsamen Kinder Weisen geworden.

Gerade Chodorkowski war ein Ideologe der physischen Liquidation meines Mannes, aber jetzt ist er frei, mir tut es weh darüber zu sprechen, meinen Ehemann kann man nicht zurückholen, wie auch fünf anderer Menschen aus den elf vor Gericht bewiesenen Fakten der Anschläge auf diese in Sachen YUKOS„, hat Farida Petuchowa gestern gegenüber der russischen Informationsagentur ITAR-TASS erklärt. (Originalartikel)

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Nach Meinung von Farida Petuchowa, „soll die Weltöffentlichkeit über diese Tatsachen wissen„. „Wir werden uns unbedingt vereinigen und wir werden uns mit der öffentlich-informativen Tätigkeiten beschäftigen,“ sagte sie.

Ich verstehe die Handlung unseres Präsidenten Wladimir Putin, es ist die Geste der Barmherzigkeit. Aber Chodorkowski soll seine Verbrechen auch bereuen und nicht die Rolle des Opfers spielen,“ so Petuchowa.

Ihr Ehemann war nicht weit vom Gebäude der lokalen Verwaltung von Killern am Morgen 26. Juni 1998 erschossen, als er sich zu Fuß zu der Arbeit begab. Die unmittelbaren Vollzieher – Mitglieder einer lokalen  kriminellen Gruppierung – waren nachher selbst getötet.

Dem Mord des Bürgermeisters Wladimir Petuchow ging ein Konflikt mit dem Unternehmen YUKOS voran. In 1997 hat YUKOS mit Massenentlassungen der Arbeiter begonnen, hat Schemen der Besteuerungsoptimierung verwendet.

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Daraufhin hat Petuchow den Hungerstreik erklärt und der Anspruch erhoben: eine Strafsache in Zusammenhang mit der Nichtbezahlung seitens YUKOS der Steuern in grossen Umfängen innerhalb 1996–1998 Jahren anzuregen, die  eingenommenen Ämtern des Vorgesetzten der Steuerinspektion Neftejugansk und des Vorgesetzten der Steuerinspektion des Bezirks Hanty-Mansijsk zu entfernen, den angesammelten Rückstand in Höhe von 1,2 Trillionen Rubel zu tilgen, die Einmischung in die Tätigkeiten der Gemeindeorganen des Stadtes Neftejugansk seitens YUKOS einzustellen.

Der Hungerstreik von Wladimir Petuchow hörte auf, als der Gouverneur des autonomen Bezirkes von Hanty – Mansijsk versprochen hat all die Informationen zu überprüfen und die Maßnahmen zu ergreifen. Jedoch wurde der Petuchow wenige Tage später erschossen. Der Mord geschah damals an dem Geburtstag von Michail Chodorkowski – am 26. Juni. Von vielen wurde er als „das Geschenk an das Geburtstagskind“ bewertet.

Ein Kommentator schrieb unter einem der vielen russischen Artikeln über Chodorkowski:

„Сколько можно трындеть об уголовнике?! Выпустили вора, пусть скажет спасибо и исчезнет из СМИ.“

Übersetzung:

„Wie lange noch muss man über diesen Verbrecher quasseln?! Man hat den Dieb freigelassen, der soll  Dankeschön sagen und aus den Massenmedien verschwinden.“

Der Mann hat recht – die ganze Hysterie ist einfach nur zum Kotzen.

LG.RML

Über Russian Moscow Lady

So "kuschelig" bin ich nun auch wieder nicht ;) :) Wer aber meine russische Seele berührt, der wird einen treuen Freund gewinnen. Für immer.

Veröffentlicht am 24. Dezember 2013 in Bevölkerung, Gesetzverletzung, Interessantes, Konflikt, Kriminalität, Medien, Medienmanipulation, Menschen, Mord, Politik, Postsowijetischer Raum, Provokation, Putin, Russland, Skandal und mit , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 12 Kommentare.

  1. Liebe Svetlana, trotz aller häßlichen Geschichten ist es doch Heiligabend, und da gehen herzliche Grüße zu Dir und ich wünsche Euch wenigstens über die Feiertage mal ein bißchen Stillstand von all diesem unschönen Hin und Her. LG 😀 Hildegard

    • Du hast recht, Hildegard! Ebenso wünsche ich auch Dir und Deiner Familie besinnliche und schöne Weihnachten und alles nur erdenklich Liebe und Gute. 😀

      PS. Hab den Artikel noch gestern angefangen zu schreiben, aber nicht mehr geschafft, weil abends wegen einer kranken Kollegin einspringen musste.

      LG. Swetlana

  2. viele Menschen

    den besten Grüßen und Wünschen kann ich mich nur anschließen 🙂

    Zur letzten Zeit ist jedoch auch an andere Menschen zu denken.

    Weihnachtsansprache 2013
    Wehnachtsmessage: Kapitalismuskritik des Papstes – Kapitalismus tötet
    Sehenswerter Anne Will-Beitrag
    http://internetz-zeitung.eu/index.php/1291-weihnachtsmessage-kapitalismuskritik-des-papstes-kapitalismus-t%C3%B6tet
    wenn jemand mal zu Worte kommt.

    Und hier zeigt die CDU (KAS), die Klitschkos Demonstranten in der Ukraine unterstützt (perverse Unterwanderung eines Staates), wie Demonstranten in Deutschland mit Repressalien zu rechnen haben:
    http://diefreiheitsliebe.de/freiheit/cdu-will-fuer-demonstrantinnen-den-zugang-zum-abitur-einschraenken
    Das war wohl ein dickes blaues Auge für Klitschko. klitsck KO

    Dazu passt auch:
    „Rote Flora- Proteste: ARD und ZDF belügen die TV Zuschauer
    Dieses Eingeständnis ist umso beachtlicher, da es von bürgerlichen Medien selber stammt. Es ist ein Geständnis, dass Mainstreammedien sich oftmals selber gleichschalten und die Nachrichtenkonsumenten schlicht belügen oder nicht umfassend informieren. „:
    http://internetz-zeitung.eu/index.php/1292-rote-flora-proteste-ard-und-zdf-bel%C3%BCgen-die-tv-zuschauer

    Die Kontrolle der Troika der CDU/SPD (auch über ARD – ZDF) und IWF – USA Globalplayer(1) über andere „souveräne“ Staaten wirkt:
    „Griechenland: 70000 Kfz-Abmeldungen innerhalb von 6 Wochen
    In Griechenland wurden allein ab Anfang November bis Mitte Dezember 2013 über 70000 private Kraftfahrzeuge abgemeldet, da immer mehr Halter die Kfz-Steuer und sonstigen mit dem Besitz eines Fahrzeugs einhergehenden steuerlichen Belastungen und Abgaben nicht zu zahlen vermögen.“
    http://www.griechenland-blog.gr/2013/12/griechenland-70000-kfz-abmeldungen-innerhalb-von-6-wochen/84019/

    Also 70.000 mal ca. 200 Euro = 14.000.000 Euro Steuermindereinnahmen durch finanzielle Strangulierung des Volkes in Griechenland.
    Sicher werden 70.000 Menschen sich nicht mehr so frei bewegen und bewerben können.

    (1) – Gier – Wirtschaftskontrolle – http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Europapläne
    – Spardiktate – http://de.wikipedia.org/wiki/Hungerplan

    Wurde das letztere von der SPD/CDU/CSU/FDP „(“ USA-NSA – IWF „)“ 1:1 übernommen?

    Es ist – die Würde – der Richter und Staatsanwälte, solche kriminellen Organisationen des organisierten Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu zerschlagen und zum Teil aus dem Verkehr zu ziehen! Sonst entwürdigen sich die Richter und Staatsanwälte wieder selber.

    Die damals verurteilte Willkür gegen Menschen findet man heute fast 1:1 unter Hartz IV wieder:
    http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv006132.html Rn. 126 – 144

    PS.
    Schade das der tolle weihnachtliche Hintergrund verdeckt ist.

  3. viele Menschen

    Unterwandern mit System und Gehirn-Geld-wäsche

    „Das Albert Einstein Institut: Gewaltfreiheit Version CIA
    von Thierry Meyssan

    Die Gewaltfreiheit als Technik für politisches Handeln kann für jeden Zweck angewendet werden. In den 1980er Jahren interessierte sich die NATO für ihre Anwendung, um den Widerstand in Europa nach einem Einmarsch der Roten Armee zu organisieren. Seit fünfzehn Jahren wendet die CIA sie an, um widerspenstige Regierungen zu stürzen, ohne internationale Empörung hervorzurufen. Sie hat dafür ein angenehmes, ideologisches Schaufenster, die Albert Einstein Institution des Philosophen Gene Sharp, der eine Rolle im Irak, in Litauen, Venezuela und in der Ukraine spielte. Um sie für ihre Effizienz zu belohnen, haben die Mitglieder des Albert Einstein Instituts zwei außergewöhnliche Beförderungen erhalten: Thomas Schelling erhielt 2005 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften und Peter Ackerman wurde Nachfolger von James Woolsey, als Leiter des Freedom House. Der Originalbericht vom Jänner 2005 wurde ohne Abänderung übersetzt. ….
    [ u.s.w. , alles wichtig “
    http://www.voltairenet.org/article181599.html

    Das die Kirchen eine Beteiligung hatten war fast bekannt, aber es kommt noch dicker:

    „Ehemaliger Vizepräsident von Goldman Sachs International, Professor an der Opus Dei

    Das Zentrum „Märkte, Kultur und Ethik“ der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz in Rom eröffnet einen Kurs mit dem Titel „Wirtschaft für Kleriker“.

    Der Eröffnungsvortrag wird von dem früheren Berater von Margareth Thatcher und dann Vizepräsident von Goldman Sachs International, Lord Brian Griffiths of Fforestfach gehalten.

    Die Päpstliche Universität vom Heiligen Kreuz ist das akademische Schaufenster des Opus Dei.

    Lord Brian Griffiths ist auch Vorsitzender des Lambeth Fund, der die Investitionen des anglikanischen Erzbischofs von Canterbury verwaltet.

    Übersetzung
    Horst Frohlich“
    http://www.voltairenet.org/article181552.html

    Jetzt lässt der Papst, sofern er es vernehmen konnte, sich von der Todsünde der Gier Persönlich beraten uns seine Schäflein ausbilden!
    Dafür hält die neutrale Schweiz auf dem organisierten stgallen-symposium . org hin.
    ( die Päpstliche Schweizer Garde …! ?

  4. Warum sehe ich erst heute deinen Block?
    Erstklassig! Ich sehe alle politischen Themen rund um Rußland genauso.
    http://ossiblock.wordpress.com/2013/12/28/die-krawall-muschi-mit-kanadischem-pas/

    Grüße aus Ostberlin 😉

  5. ну коне́чно 🙂

  1. Pingback: Ukraine – dein Schicksal. Nachrichten und Meinungen – Teil 15. | russianmoscowladynews

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