Archiv für den Tag 7. Januar 2014

Tanners Interview mit Olga Katsaros (ehemals Lomenko): Was gerade in der Ukraine stattfindet ist ein Putschversuch

Das Interview wurde am 13.12.2013 durchgeführt, die Inhalte sind immer noch aktuell.

Vielen Dank dafür!

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„In der Ukraine geht es für den interessierten Mitteleuropäer schon lange nicht mehr um Demokratie. Hier wird ein Boxer zum Führer und die verknappten Antworten der Medien schaffen eben auch nur ein äußerst einseitiges Bild. Deshalb fragte Volly Tanner nach – und zwar eine Frau, die etwas genauer hinschaut, weil sie es eben auch persönlich betrifft. Die ehemals in Leipzig aktive Olga Lomenko, die jetzt Katsaros heißt, gab Auskunft.

Hallo Olga – hier in Leipzig kennen Dich die Kulturinteressierten noch unter Deinem Mädchennamen Lomenko als Bühnenstar, Diva und Gesangsfeuerwerk. Jetzt hast Du geheiratet und lebst und arbeitest als Olga Katsaros in Esslingen, betrachtest und kommentierst aber die Bewegungen in Deinem Geburtsland, der Ukraine, über die sozialen Netzwerke. Wie stellt sich für Dich die derzeitige Lage dar?

Hallo Volly, erstens: vielen Dank für die Möglichkeit, mich zur Lage in der Ukraine zu äußern. Zweitens: Trotz hoher Emotionalität werde ich versuchen, ohne Polemik auszukommen. Zu Deiner Frage. Was gerade in der Ukraine stattfindet, ist ein Putschversuch gegen die Regierung des demokratisch gewählten Präsidenten Wiktor Janukowitsch („Partei der Regionen“) und grobe Einmischung seitens der USA und der EU in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates.

70 bis 80 % aller Demonstranten in Kiew stammen aus dem Westen der Ukraine. Allein Lvov / Lemberg gibt täglich zwischen 11 und 35 Tausend Griwna (1.000 bis ca. 3.300 Euro) aus, um den Transport von Menschen nach Kiew und zurück zu gewährleisten. Und dies bereits seit drei Wochen. Der Oberbürgermeister von Lvov Petro Kolodij („Swoboda“ / „Freiheit“) spricht von 50.000 Menschen, die an verschiedenen Tagen in Kiew an den Protesten teilnehmen.“

Weiterlesen (dort geht es auch zum Teil 2 des Interviews):

http://www.l-iz.de/Leben/Gesellschaft/2013/12/Olga-Katsaros-Was-in-der-Ukraine-stattfindet-ist-Putschversuch-1-52726.html

LG.RML

Mehrheit der Ukrainer gegen die EU

Einar Schlereth
6. Januar 2014

Viele Leute haben wohl vergessen, dass der Ministerpräsident der Ukraine mit knapper Mehrheit, aber immerhin, gewählt wurde. Unser Muffelmonster in Berlin wäre froh gewesen, wenn sie so eine Mehrheit bekommen hätte. Wie wäre es, wenn ein paar mit dem Monster Unzufriedene sich am Brandenburger Tor aufbauen würden und die Rückkehr zur DM, den Austritt aus dem Aggressionsbündnis NATO und auch gleich aus der EU mit Nachdruck fordern würden (oh, bei dem Programm kämen wohl nicht nur ein paar Leutchen) und auch fordern würden, dass das neue Deutschland aufhört, den Unterfeldwebel in Europa zu spielen und die eine Hälfte der Europäer als Untermenschen zu behandeln (oh, ich glaube, es kämen Massen von Leuten, auch aus dem Ausland). Aber, aber ich glaube auch, bevor alle die Ministerpräsidenten oder Außenminister aus Südeuropa eintreffen würden, schon ein Großaufgebot an Polizei, Bundesgrenzschutz, Sondereinheiten aufmarschiert wäre – auch die US-Besatzungsarmee schon Gewehr bei Fuß stünde – und alle die friedlichen, demokratischen Menschen grün und blau geprügelt hätte, was einige gewiss nicht überleben würden, aber was soll’s, dass die Gefängnisse überquellen würden und der Notstand ausgerufen sein würde. Es würde wohl auch gar nicht so weit kommen, dass die Weltpresse sich auf die Seite der friedlichen Demonstranten stellen könnte und Google ausschließlich Seiten über diese Demonstranten und ihre  Forderungen anzeigen würde.

Weiterlesen:

http://einarschlereth.blogspot.de/2014/01/mehrheit-der-ukrainer-gegen-die-eu.html

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Mit großen Dank an Einar noch ein paar Nachrichten zu Ukraine.

Momentan ist dort alles relativ in Ordnung, die Menschen haben heute begonnen orthodoxe Weihnachten zu feiern.

Einige Zwischenfälle fanden statt, einer von ihnen noch am 29 Dezember vorigen Jahres, veröffentlicht wurde es aber erst vor zwei Tagen in Form eines Videos, wo Polizei wärend der Verkehrskontrolle ein BMW in Kiew gestoppt hatte mit betrunkenen Insassen.

Diese wurden unzufrieden und drohten die Polizei Klitschko anzurufen, der „für seine Leute dann kommen würde“, „macht euch darüber keine Sorgen“. Der Kameramann fragt einem von denen, ob sie mit Klitschko verwandt seien, woraufhin der Mann es verneinte, sagt aber, dass er ihn gleich anrufen und dieser dann kommen würde um seine Leute zu beschützen. Desweiteren sagt der Mann, dass wärend die Polizei für Chaos ist, sind sie für die Gerechtigkeit.

Mit der Gerechtigkeit scheinen aber die Betrunkenen nicht so richtig im Einklang zu sein, da direkt nachdem die Polizei ihr BMW gestoppt hatte, versuchten sie zu fliehen, wurden aber gefangen und behaupten in die Kamera, dass die Polizei zu ihnen grob war und dass die Frau, die sie begleitete (im Lilamantel) am Steuer saß, was aber gelogen war.

Naja, dann bräuchten sie eben erst nicht abzuhauen.

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Im Gebäude der Kiewer Staatsverwaltung wurde am 5 Januar Keller aufgebrochen, wo die staatliche Auszeichnungen (Medaillen, Orden, Urkunden etc.) teilweise ausgeraubt wurden. Momentan läuft die Untersuchung, man vergleicht alles mit Archivlisten um sicher zu stellen, was man geklaut hatte.

Natürlich (und wie ich selber schon dort bemerkte) versuchen die Anhänger der Opposition es dem Staat selber in Form einer Provokation in die Schuhe zu schieben.

Blöd ist dabei nur, dass die Staatsverwaltungsgebäude von der Oppositionellen schon seit dem 1 Dezember okkupiert und unter der Gebäudetafel „Revolutionstribunal“ draufgesprayt ist. Was auch immer das zu bedeuten mag…

LG.RML

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