Archiv für den Tag 29. Januar 2014

Ein Drama in eigener Verwandtschaft

Ich habe hier schon mal erwähnt, dass die Cousine meiner Mutter und ihre Familie (Kinder, Enkel) im Westen der Ukraine in der nähe des Stadtes Lwiw (Lemberg) wohnt.

Sie hat mir heute telefonisch mitgeteilt, dass die gesamte Existenz ihrer Familie aktuell auf die Kippe steht, denn gerade das Gebiet um den Lwiw herum, wo sie schon seit Jahrzehnten leben (sie ist Russin, ihr Ehemann – Ukrainer), ist besonders Majdan geprägt und wehe, wer dagegen ist! So auf dem Motto: Wenn Du nicht mit uns bist, dann bist Du gegen uns und bist ein gefährlicher Feind.

Sie sagte, dass die Petzerei, Aggressivität und die Schickane an der Tagesordnung sind, ein Terror quasi der eigenen Landsleuten gegenüber. Momentan, sagt sie, versuchen die Majdaner in vielen Ortschaften an die Wähler – Register ranzukommen, was ihnen auch gelingt, somit, meint sie, wird von der Ehrlichkeit der Ergebnissen bei der  nächsten Wahlen keine Rede mehr sein, denn die Falsifikation wird an der Tagesordnung werden und um so sichtbarer wird es sein, falls jemand aus dem „Oppositionslager“ gewinnen sollte, denn kaum ein vernünftig denkender Mensch im Land würde gerade die wählen, die das Land ohne zu zögern an den Westen abgeben gedenkt und somit die Souverenität der Ukraine für immer zerstört.

Außerdem werden die Majdaner eines Leichtes feststellen können, wer denn genau – namentlich eben – gegen ihre Euroidee abgestimmt hat, dann muss derjenige garantiert um sein eigenes Leben mehr als nur  fürchten.

Sie sagte, dass ihre Familie gerade vor einer schweren Entscheidung steht, aber höchstwahrscheinlich wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, als nach Osten oder Südosten der Ukraine umzuziehen, weil gerade dorthin kommen die Majdaner nicht durch, da das Widerstand dort lebender Bevölkerung des Landes so groß ist. Sie weinte dabei sehr, was auch verständlich ist, weil sie und ihr Mann nicht mehr die jungsten sind. Aber keiner aus der Familie wird jemals ein Landesverräter sein, meint sie, komme, was wolle.

Über die Verhandlungen zwischen Janukowitsch und Opposition sagte sie, dass das eine Farce sei, dieses „Verräter – Trio“, so hat sie Klitschko&Co. genannt, will nur eines – der jetzige Präsident samt Regierungskabinett muss komplett weg um den Platz für einen vom Westen manipulierbaren Neupräsidenten zu räumen.

Das man jetzt trotzdem die Verhandlungen durchzieht, ist für Opposition sehr wichtig, meinte sie. Diese ausgedehnte Zeit ist wichtig, damit die Majdaner im Hintergrund ihr Unwesen treiben können – Gebäude besetzen, an wichtige Informationen rankommen etc., was strategisch sehr wichtig ist. Janukowitsch kann jetzt begrenzt was dagegen tun, da seine Geldanlagen im Ausland hat.

Paradoxerweise kommt ihm diese ausgedehnte Zeit auch zugute, da sein Sohn gerade das zu retten versucht, was noch zu retten möglich ist. Nichtdestotrotz, meint sie, ist es dem „Januk“ ( so nennen sie in der Ukraine Janukowitsch gekürzt; Anm.) hoch anzurechnen, dass er das Land nicht wortlos dem Westen ausgeliefert hat, dafür und natürlich für sein Widerstand muss er nun „bestraft“ werden.

Dabei, sagt sie, ist dem Westen komplett egal, dass sie damit die Existenzen – ob finanzielle oder sonst welche – unzähliger Familien des Landes zerstören und damit es nicht so ganz sichtbar wird, benutzen sie ihre erprobte gewöhnliche Propaganda – Waffe, indem sie die Regierung und auch Russland noch dazu für das ganze Übel verantwortlich machen. In wirklichkeit sind es die Reichen aus dem Westen und ukrainische Oligarchen (die nicht pro Janukowitsch; Anm.), die das Land als Fläche brauchen, auch die viele Bodenschätze, und die Ukrainer als Billigarbeiter, viele Frauen, vor allem den jungeren, wird nichts übrig bleiben, als ihr Körper für ein paar Moneten zu verkaufen oder sie müssen dann einfach die Klos für diese „Fettsäcke“ putzen.

Diese „blöde Studenten“ wissen nicht, was sie da überhaupt tun, die werden es erst verstehen, wenn sie vor den harten Tatsachen gestellt werden, bis jetzt werden sie leider mitmachen, viele natürlich auch für Geld, die sie immer brauchen, so die Cousine meiner Mutter. Sie meint, dass viele in der Ukraine hoffen, dass Russland sie in diesem Kampf unterstützen wird, dafür muss allerdings eine Anfrage auf ofizieller Ebene erfolgen. „Dann gnade uns allen Gott!“, sagte sie.

PS. Soweit ihr Bericht. Ich weiß nicht, was demnächst passieren wird, weiß nur, dass ein Widerstand so gut wie unvermeidlich ist. Vor paar Tagen hat Speznas (russische Spezialeinheiten; Anm.) eine Übung durchgeführt. An sich absolut nichts Neues, dass tun die Militärs regelmässig in jedem Land der Erde so um in ihrer Handlung fit zu bleiben. Diesmal gehörten aber zum Training einige neue Elemente dazu, die uns allen, die die Strassenschlachten zwischen Majdaner und „Berkut“ Spezialeinheiten in Kiew live beobachten konnten, noch im Gedächtnis sitzen. Ihr werdet sie leicht erkennen.

Wir werden sehen, was auf uns zukommt.

LG.RML

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