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Genozid in der Ukraine. Ein Team von europäischen Experten besucht die Orte von Massengräbern in der Region Donezk

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Die Vertreter von Menschenrechtsorganisationen und internationale Juristen, Moskau folgend, haben Europarat, die Vereinten Nationen und OSZE aufgefordert eine Untersuchung im Zusammenhang mit den in den Donbass gefundenen Massengräber von dortigen Anwohner dringend zu initiieren. Ein Team von europäischen Experten besuchten das Dorf Nischyaja Krynka (z. Dt. Niederer Krug), wo sie ein unmarkierter Massengrab entdeckten. Die genaue Zahl der Toten und die Todesursache muss noch festgelegt werden. Nach den Schätzungen der Führung der selbst ausgerufenen Donezker Volksrepublik, ist seit dem Kriegsanfang nur in der Donezker Region mehr als 4 Tausend Menschen umgekommen.

Im Dorf Nischnyaja Krynka, die vom Donezk 60 km entfernt ist, wird die ausländische Delegation der  Menschenrechtsaktivisten von bewaffneten Selbstverteidiger begleitet. Vor etwa einer Woche verließ die ukrainische Armee dieses Gebiet. Zuerst haben die Ausländer die Selbstverteidiger gebeten, sie in das Gebiet der Kohlemine „Kommunar“ zu bringen, wo die vergangene Woche die Massengräber entdeckt wurden.

Hauptsache, sorgfältig unter seine Füße zu schauen und nicht tief in das Gebiet eindringen, weisen die Selbstverteidiger auf – hier ist es immer noch möglich über die nicht explodierte Munition zu stolpern. Die namenlosen  Gräber haben die Pioniere entdeckt, die die Minen und Spannstangen, welche die ukrainische Militärs zurückließen,  entschärften. Zwei Gruben. Vier Körper. Geschätzter Zeitpunkt des Todes – Mitte August.

„Das ist ein klares Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung. Es wurde ein Genozid gegen das eigene Volk von den ukrainischen Behörden ausgelöst,“ sagte der Direktor des Moskauer Büros für Menschenrechte Andre Wade.

Solche namenlosen Gräbern sind in diesen Ortsteilen vielleicht Dutzende, wenn nicht Hunderte, sagen die Einheimischen. Und das erste, was ins Auge fällt, sagen die ausländische Menschenrechtsaktivisten, ist der Kontrast zwischen der Realität und der Resonanz, welche diese Donbass – Tragödie in der Welt bekommen hat.

„Das ist ein echter Folter: gebundene Hände, ein abgetrenntes Kopf. Die Reaktion der westlichen Presse, auch die von der Amnesty International, die verlauten ließ, dass sie fixiert haben, dass es (hier) ein Verbrechen gegen Zivilisten gibt’s, verwundert. Irgendwie verlief es so verschwommen,“ sagt der Präsident der russischen Gemeinde Frankreichs und der Konföderation russischer Gemeinden Europas Andrej Gulzew.

Die Delegation bestand u.a. aus Vertretern der öffentlichen und menschenrechtlichen Organisationen aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Bulgarien, Litauen und der Elfenbeinküste (Republik Côte d’Ivoire, Westafrika). Der internationale Rechtsanwalt Abdul Yao Nicaise ist zum ersten Mal in dieser Gegend, und verbirgt nicht, dass er von dem, was er sah, schockiert ist.

„Unsere Aufgabe ist es diese Informationen zu verbreiten, so dass sie nicht ungestraft bleiben Es gibt viele Organisationen, die darüber überhaupt nichts wissen, es gibt ein Grund zu kommen, um es zu untersuchen,“ sagt der unabhängiger internationaler Experte Abdul Yao Nicaise.

Zwei Opfer wurden bereits identifiziert – es sind die Einheimischen. Einer von ihnen – Nikita Kolomijzew, der dieses Frühjahr nur 21 Jahre alt wurde. Die Menschenrechtsaktivisten fragten seine Mutter, ob ihr Sohn den Selbstverteidigern angehörte, und wenn ja, warum er die Gegend nicht verlassen hatte, als die ukrainische Armee hierher kam?

„Er hat geholfen, stand an den Kontrollpunkts, half die Schützengräber graben. Er hatte keine Angst, ich dachte, alles wird in Ordnung sein – sie sind doch keine Monster (die ukrainische Militärs; Anm.). Das Gegenteil stellte sich heraus“, sagt Galina Kolomijzewa, die Mutter des Verstorbenen.

Am Einfahrt des Dorfes – ein anderes Grab mit fünf Personen drinnen. Laut den Dorfbewohnern, sind es die Selbstverteidiger, die die ukrainische Militärs erschossen hatten. Die Ortsbewohner, die Zeugen dieser Gewalt wurden, versuchten zu verstehen, woher solche Grausamkeit kommt, haben aber darauf keine Antwort bekommen.

Auf einer Landstraße werden die ausländische Menschenrechtsaktivisten von den Einheimischen umgeben. Sie erklären im Detail, was sie ertragen mussten, als es hier noch die ukrainische Soldaten stationiert waren.

„Ich hatte die Gelegenheit, mit den Frauen zu sprechen, und sie haben, sich dabei schämend – und da kann man sie verstehen – über eine andere schreckliche Sache erzählt, die zur Formulierung des Völkermords zuzuordnen ist, das ist die wiederholte Massenvergewaltigungen von kleineren 12-13-14 Jahre alten Mädchen,“ sagt der Menschenrechtsaktivist Enorst Gronysch aus Lettland.

Jetzt gibt es im Dorf kein Gas, kein Licht. Von den 70 Häusern ist nur die Hälfte heil geblieben. Diejenigen, die unter dem Beschuss überlebt haben, warten mit der Angst auf den nahenden Winter.

Es wird erwartet, dass das Ergebnis der Reise von ausländischen Menschenrechtsaktivisten in den Donbass eine besondere Erklärung an die Adresse von den internationalen Organisationen mit der Forderung einer objektiven Untersuchung der Massensterben der Menschen sein wird.

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Das Original-Material (das Video im Artikel) wurde von mir wortgetreu übersetzt.

Noch dazu:

http://de.ria.ru/politics/20140929/269668193.html

http://de.ria.ru/politics/20140929/269670600.html

LG. RML

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